Sonntag, 2. März 2008

geschriebenes.

Fiel mir grade ein, als ich mit meinem notebook auf dem bett lag.

Ich denke nicht gern an meine kindheit zurück. Leben, ohne gelebt zu haben, gegessen ohne eine einzige ahnung von der welt außerhalb des tellerrandes. Eigentlich wusste niemand was mir mit mitte 20 fehlte, ich wusste es ja selbst nicht, aber vielleicht war es einfach nur das verlangen nach IHM, dem internet.

Der tag, an dem ich es bei mir zuhause hatte war ein festtag. mir kam die wohnung viel bunter vor.

Ich surfte auf hunderten seiten, die ganze welt war bei mir zuhause eingekehrt. Ich verließ tagelang nicht die wohnung, ja nichtmal mein zimmer, nur um die notwendigsten lebensvorraussetzungen zu erfüllen.

Die schier nie enden wollende masse an informationen beschäftigte mich und füllte meinen kopf mehr und mehr. Schleichend, aber doch stetig, drang alles in mich ein und fraß mich von innen. Ich begriff die möglichkeit, das geschehen aktiv zu beeinflussen und zu verändern. Ich fühlte mich als ein teil des ganzen, auf das die welt angewiesen ist.

Ich verwaltete bald auch mein eigenes kleines stückchen internet. Einige seiten von mir wurden sogar sehr gut besucht von leuten die ich nicht kenne, nie kennen werde, nie kennen will. Wahrscheinlich war ich der welt schutzlos ausgeliefert mit jedem wort, das ich in die tastatur hämmerte. Unaufhörlich fielen mir einzelheiten ein, die ich erkunden musste in den weiten des netzes.

Bald fing es mich, wie eine spinne ihre beute.

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